Das dritte Auge.
In der Medizin sind seit Jahrzehnten diagnostische Verfahren, die Bilder verwenden, lang und gäbe.
Das bekannteste ist die Röntgenaufnahme. Hier unten ist der Ring von Röntgens Frau Bertha,
wie er vor über 100 Jahren aufgenommen wurde.
Dieses Bild war seinerzeit eine Sensation und stellt damit den Zeitpunkt dar,
mit dem die medizinische Bildverarbeitung beginnt.
Heutzutage gehören zu den Methoden der medizinischen Bildverarbeitung die Computertomographie.
Der Schwerpunkt sind harte Strukturen wie Knochen und Knorpel, die Magnetsresonanztomographie
für weiche Gewebe, wie z.B. das Gehirn, oder auch die Sonographie,
wie es möglich ist, Säuglinge zu diagnostizieren, zu untersuchen, bevor sie überhaupt zur Welt kommen.
Als Nächstes komme ich auf die Screeningverfahren und die computergestützte Diagnose zu sprechen.
Screeningverfahren sind laut dem Roche-Lexikon auf eine bestimmte Krankheit gerichtete diagnostische
Maßnahmen zur Früherkennung symptomloser Krankheitserreger.
Sie werden z.B. eingesetzt für Vorsorgeuntersuchungen.
Vorsorgeuntersuchungen sind gezielte medizinische Untersuchungen zur Früherfassung von Gesundheitsschäden
und Krankheiten, z.B. Krebs.
Das zweite Schlagwort, das in jüngster Zeit vorhörig gemacht hat, ist die sogenannte CAD,
die Computer-Added Diagnosis, die computergestützte Diagnose des Arztes.
Was verbirgt sich dahinter?
Bis vor zehn Jahren war man der Meinung, dass man mit dem Computer ein System schafft,
das den Arzt obsolet macht.
Diese Meinung wurde sehr schnell wieder gestürzt, weil man festgestellt hat,
kein Computer kann jemals das Wissen eines Arztes aufnehmen, umsetzen und verstehen.
Aber ein Computer kann Dinge, die ein Mensch nicht gut kann, nämlich reproduzieren und objektivierbar sein.
Das sind Methoden, bei denen wir im täglichen Leben einfach überfordert sind,
weil es dumme Dinge sind, die wir wieder und wieder machen müssen.
Der Computer kann das viel besser.
Der Computer kann das Wissen über lange Zeit archivieren und kann uns einen Kasus,
den wir vor zehn Jahren gesehen haben, wieder reproduzieren und darauf hinweisen,
dass diese Diagnose, die wir vor uns haben, eventuell damit korreliert,
was wir vor zehn Jahren schon gesehen haben.
Ein Beispiel für die computergestützte Diagnose ist z.B. die Diagnose von Hauttumoren.
Dieses Beispiel ist von meinen Kollegen aus München, von der Klinik rechts der ISA,
die ich an dieser Stelle danken will, die mir diese Daten überlassen haben.
Es geht bei diesem Projekt darum, mithilfe eines Mikroskops auf der linken Seite das Handmikroskop,
wie es derzeit eingesetzt wird, mithilfe dieses Mikroskops Hautmelanome oder NAVI aufzunehmen
und mithilfe des Computers zu diagnostizieren und dem Arzt damit eine Hilfestellung zu geben.
Diese Hilfestellung ist derart programmiert, dass der Arzt an dieser Stelle abgeholt ist,
wo er schon immer mit seinen diagnostischen Möglichkeiten angefangen hat.
In der Dermatologie ist dies die ABCD-Regel, das heißt Asymmetrie, Berandung, Farbe.
Umgesetzt heißt es, wir müssen dem Computer die Merkmale, die ein Arzt verwendet,
beibringen, um dem Arzt mit diesen Merkmalen eine Diagnoseunterstützung zu geben.
Das heißt, wir müssen versuchen, ein solches Melanom, wie es auf der Haut vorkommt,
wie wir es mit dem Mikroskop aufnehmen, mit dem Computer umzurechnen,
dass die Merkmale, die der Arzt bisher verwendet hat, auch zum Tragen kommen.
Die Kollegen in München haben daraus ein System gemacht. Sie haben das Hautmelanom,
wie es oben links zu sehen ist, das Hautmelanom von der linken Wade hergenommen
und mit Merkmalen berechnet, die dem Arzt etwas sagen.
Das eine ist z.B. die Farbsymmetrie oder die Farbasymmetrie.
Das sind die Häufigkeit der Farbe auf der rechten Seite genauso wie die Häufigkeit
Presenters
Dr. Thomas Wittenberg
Zugänglich über
Offener Zugang
Dauer
00:26:15 Min
Aufnahmedatum
2002-12-05
Hochgeladen am
2018-05-02 13:29:56
Sprache
de-DE